Ghost in the Shell

Ein Beitrag von Jialun Qian

Ghost in the Shell ist ein japanischer Science-Fiction-Film von 1995, der auf einem japanischen Comic von Masamune Shirow von 1989 basiert. Es ist ein Animationsfilm einer der bekanntesten Regisseure Japans: Mamoru Oshii. Im Jahr 1995 erklärte er in einem Interview, dass der Mensch einer großen Veränderung unterworfen sei: „Es ist möglich, dass der Mensch sich durch eine Technologie ändert, die er selbst hervorgebracht hat. Es ist dazu gekommen, dass Menschen die Welt und andere Menschen durch Medien wahrnehmen, die konkret durch Bildschirme repräsentiert werden.“
Mit diesem Film zeigt er uns einen anderen Blick auf die Zukunft.

Im Jahr 2029 haben viele Menschen ihre Körper ganz oder teilweise durch künstliche Bestandteile ersetzen lassen, um Cyborgs zu werden. Als Werke aus Mechanik und Elektronik stehen sie in dieser computerisierten und vernetzten Welt in direktem Kontakt zu „Cyberbrain“. Das Einhacken in die Datennetze ist eine ständige Bedrohung für die Menschen. Insbesondere der mysteriöse Hacker „Pupprt Master“ stellt eine Gefahr dar. Um ihn zu bekämpfen, gründet die Regierung die Einheit Sektion 9. Major Motoko Kusanagi, die selbst ein Cyborg ist, hat besonderes Interesse daran den Hacker zu ergreifen, erhofft sie sich doch Antworten bezüglich der in den Cyborgkörpern befindlichen Ghosts.

Riesige Industrieschornsteine, elektrisches Lichtermeer mit düsterer Musik und andere stark visuelle Eigenschaften bilden eine wunderbare Cyberpunk-Utopie. Verglichen mit Blade Runner von Ridley Scott stellen die Cyborgs in Ghost in the Shell eine neue Klasse in der Gesellschaft dar und werden nicht  als Bedrohung des Menschen wahrgenommen. Die Suche nach der menschlichen Identität und Individualität von Cyborg Kusanagi Motoko ist die Leitlinie des Films. Sie sagt:

„Menschlicher Körper und Geist setzen sich aus unzähligen Ingredienzen zusammen. All diese Komponenten machen mich zu einem Individuum mit einer eigenen Persönlichkeit. Ich nehme Informationen auf und verarbeite sie auf meine Weise. Aus dem Zusammenwirken all dieser Vorgänge entsteht mein ‚Ich‘ und das Bewusstsein meiner Persönlichkeit. Ich fühle mich eingeengt. Ich kann mich nur innerhalb gewisser Grenzen bewegen.“  

In diesem Film versucht Oshii Aspekte wie Menschlichkeit, subjektive Identität und die Grenzen zwischen Menschen und Maschinen in einer futuristischen vernetzten Welt zu diskutieren. In Gesprächen zwischen den Figuren  werden philosophische Implikationen benutzt, um die Zuschauer über die menschliche Zukunft nachdenken zu lassen.

Deswegen wird Ghost in the Shell auch heute noch als einer der besten Science-Fiction-Animationsfilme bezeichnet. Nach diversen Fernsehserien und Fortsetzungen in den vergangenen Jahren kommt am 30. März 2017 nun die Realverfilmung des ersten Ghost in the Shell Animes in die deutschen Kinos. Regie führte Rupert Sanders und die Figur Major wird von Scarlett Johansson verkörpert.